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Grundwissen, Allgemeines
Ratten sind sehr intelligente Tiere die in der Heimhaltung im Schnitt ca. 2-3 Jahre alt werden können, wobei 3 Jahre schon sehr alt wäre.
Weitere Daten:
- Gewicht: Weibchen, 200-400g / Männchen, 300-700g
- Körpertemperatur: ca. 37 - 38 °C
- Geschlechtsreife: Weibchen, ca. ab der 7. Woche/ Männchen, ca. ab 5. Woche
Ratten bekommen idealer Weise Körnerfutter (z.B. Rattima oder selbst gemischtes), etwas Joghurt, Obst (z.B.
Melone, Apfel, etwas Banane) und Gemüse (z.B. Gurke, Karotte, etc., jedoch keines Falls Kohl da es bläht)
gefüttert. Käse, Wurst, Nudeln, etc. kann mal als Leckerchen gefüttert werden, sollte aber jedoch nur in
Maßen gefüttert werden damit die geselligen Nager nicht zu dick werden!
Kranke Ratten können mit Selbstgekochtem oder mit
Gläschennahrung (keine Milchbreie, sondern Gemüse- und Obstbreie)
gefüttert werden.
Da Ratten die Laktose die sich in Milchprodukten
befindet, nicht vertragen können, sollte man mit
Milchprodukten vorsichtig sein.
Die kleinen Nager sind sehr gesellige Tiere und sollten aus diesem Grund niemals einzeln gehalten werden.
Ratten sind Nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie meist bis zu 2 Stunden, kommen kurz hervor um sich zu putzen und
um eine kleine Zwischenmahlzeit zu nehmen und schlafen dann weiter. Sie brauchen Tagsüber also Ruhe.
Der Käfig sollte groß genug sein das darin ausgiebig
geklettert und gelaufen werden kann, da Ratten sich gern viel bewegen. Täglicher Auslauf von mindestens einer
Stunde sollte nicht fehlen.
Ratten sind anfällig für Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen und Krebs. Bei
Verhaltensauffälligkeiten, komischen Geräuschen, Tumoren und anderen Auffälligkeiten sollte man sofort mir dem
Tier zum Tierarzt! Krankheiten schreiten bei Ratten sehr schnell voran.
Ein Anzeichen für Krankheit kann auch ein rotes Sekret
sein, das im Krankheitsfalle an der Nase und den Augen zu sehen ist (und oft mit Blut verwechselt wird).
Mit ungefähr 1,5 Jahren werden Ratten alt. Sie bekommen
Alterserscheinung wie wir Menschen auch. Dazu zählt z.B.
oft Gewichtsabnahme, Trägheit, verminderte Futter- und
Wasseraufnahme, Ausbleichen des Fells. Man sieht einer
Ratte an wenn sie alt wird.
Manche Ratten brauchen im hohen Alter Hilfe bei der
Fellpflege, viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Der Käfig
sollte in dieser Zeit altersgerecht umgebaut werden da
Ratten im hohen Alter schneller von Etagen oder
Spielgeräten fallen können.
Manche Ratten bekommen die Hinterhandlähmung wenn sie
alt sind. In dem Falle sind (wie der Name schon sagt)
die Hinterläufe gelähmt! Ratten können gut damit leben.
Jedoch muss der Käfig in dem Falle so umgebaut sein das
die Ratte problemlos überall dran kommt und nirgendwo
runter fallen oder sich verletzten kann.

Anschaffung von Ratten
Bevor man sich Ratten anschafft, gibt es einiges zu bedenken.
- Ratten sind sehr soziale Tiere und brauchen
unbedingt Gesellschaft! Ratten dürfen also niemals
einzeln gehalten werden! Einzelhaltung ist
Tierquälerei. Mindestens drei Ratten wären ideal,
damit keine Ratte alleine ist falls eine Ratte
verstirbt. Man muss auf Grund dessen überlegen ob
man sich mehrere Ratten halten möchte.
- Ratten sind Nachtaktiv! Für Personen/ Familien, wo
tagsüber viel Lärm herrscht, und keine
Ruhemöglichkeiten für Ratten vorhanden sind, sind
Ratten eher ungeeignet da sie tagsüber Ruhe
brauchen.
- Ratten brauchen Platz und Auslauf! Der Käfig sollte
groß sein. Ratten sollten mindestens eine Stunde am
Tag Auslauf bekommen. Hier ist zu überlegen, ob man
genug Platz für einen großen Käfig hat, und ob man
genug Zeit hat um Ratten Auslauf zu geben. Es ist
auch zu beachten das keine anderen Tiere in die Nähe
der Ratten gelangen dürfen!
- Ratten sind Nagetiere! Daher ist zu bedenken das Ratten gern alles annagen.
- Ratten brauchen Pflege! Es sollte gut überlegt sein
ob man Zeit und Lust hat, Ratten zu verpflegen.
Neben Fütterungen fallen auch Käfigreinigung,
eventuelle Tierarztgänge, besondere Pflege für alte
und kranke Ratten und Aufmerksamkeit für die Tiere, an.
- Männchen oder Weibchen? Da sollte man sich für ein
Geschlecht entscheiden damit die Ratten sich nicht vermehren.
- Allergien? Hat auch wirklich kein Familienmitglied
eine Tierhaarallergie? Die Ratte soll ja nicht
angeschafft werden und dann als Notfalltier enden.
- Ratten werden alt und manchmal krank! Alte Ratten
brauchen meist besondere Pflege und Aufmerksamkeit.
Ratten altern wie wir Menschen. Manchmal muss man
ihnen bei der Körperpflege helfen. Der Käfig muss
seniorengerecht eingerichtet werden um Gefahren zu
minimieren. Im Falle von Krankheit müssen Ratten sofort zum Tierarzt, da Ratten nicht so robust
sind, wie manch einer denkt!
Ratten sind ernst zu nehmende Lebewesen die eine Seele
und Gefühle haben. Es ist unbedingt nötig, Ratten (wie
auch alle anderen Haustiere) so artgerecht wie möglich,
zu halten.
Man sollte sich die Anschaffung von Ratten also sehr gut überlegen.

Notfallratten, Zoohandlungsratten
Die meisten Leute holen sich ihre erste Ratte in einer
Zoohandlung. Manche holen sich auch weitere, oder alle Ratten in einer Zoohandlung.
In den meisten Zoohandlungen sind Ratten nur eine Ware
und werden nicht als fühlende Lebewesen angesehen!
In vielen Zoohandlungen kennen sich die Mitarbeiter
nicht richtig mit Ratten aus. Da werden schon mal
Krankheiten übersehen. Auch die Geschlechtertrennung
geht oft schief. So kommt es nicht gerade selten vor,
das man sich unwissend ein trächtiges Rattenweibchen
kauft!
In den Tierheimen und Tierschutzorganisationen sitzen
sehr viele Notfallratten (darunter auch sehr junge) die
gern ein neues Zuhause hätten!
Bei Notfallratten hat man den Vorteil, das die
Vermittler der Tiere, einem die Charaktereigenschaften,
Krankheiten, etc. mitteilen können. Wenn man später
Probleme mit den Tieren bekommt, stehen die Vermittler
mit Rat und Tat zur Seite. Denn bei Vermittlern von
Notfallratten, werden die Tiere als fühlendes Lebewesen,
und nicht als Ware angesehen.
Wer in Zoohandlungen Tiere kauft, unterstützt
Zoohandlungen die Tiere verkaufen darin, das sie definitiv weiter bestehen
werden! Zoohandel bedeutet für die meisten Tiere Leid, das man nicht unterstützen sollte.


Männchen oder Weibchen?
Männchen sind etwas ruhiger als
Weibchen, da sie nicht so viel klettern wie Weibchen,
und auch nicht so flink sind wie Weibchen. Unter
Männchen kommen Raufereien häufiger vor. Bei Rangkämpfen
geht es jedoch etwas härter zu als bei den Weibchen.
Männliche Ratten sind größer und schwerer als weibliche
Ratten. Dies ist vor allem für die Käfiggröße
entscheidend. Männchen können eine Gesamtlänge von bis
zu ca. 40 cm, und ein Gewicht von ca. 700g (manchmal
auch mehr) erreichen.
Weibchen sind meist aktiver als Männchen da sie flinker sind und mehr klettern. Der
Nagetrieb bei Weibchen ist größer als bei Männchen. Aus
dem Grunde nagen sie verstärkter sämtliche Dinge an.
Weibchen lassen sich bei einer Vergesellschaftung mit
anderen Ratten leichter integrieren. Sie sind kleiner als Männchen, und können eine
Gesamtlänge von bis zu ca. 25 cm, und ein Gewicht von
ca. 400g (manchmal auch mehr) erreichen.
Körperlänge, Gewicht und Verhaltensmerkmale sind nur
Richtlinien, und können je nach Tier auch anders sein.
Jede Ratten, egal ob männlich oder weiblich, ist eine
eigene, liebenswerte Persönlichkeit mit liebenswerten
Charaktereigenschaften.

Geschlechtsunterscheidung
Bei den Männchen sieht man ca. ab der 4. Lebenswoche deutlich die Hoden.
Bei Weibchen kann man die Zitzen erkennen.
Der Abstand zwischen der Geschlechtsöffnung und dem
After ist bei Weibchen geringer als bei Männchen.

Integration
Bei der Integration von Ratten gibt es einiges zu
beachten damit es bei der Vergesellschaftung keine
Streitereien/ Beißereien und/oder Vermehrung gibt.
Man kann Ratten die sich fremd sind, nicht einfach
zusammen setzen. Die Ratten müssen sich erst mal
langsam kennen lernen. Aus dem Grund ist ein zweiter
Käfig nötig.
Neue Ratten sollten erst nach einer "Quarantänezeit"
von ca. 2 Wochen zu den anderen integriert werden um
Krankheiten aus zu schließen.
Am besten ist es immer gleichgeschlechtliche Tiere,
oder Kastraten mit Weibchen zu integrieren damit es
keine Vermehrung gibt.
Anfangs werden die Käfige beider Parteien nahe
(nicht näher als 20 cm!) beieinander gestellt.
Nistmaterial und Käfigzubehör können unter den zu
integrierenden Ratten (ungereinigt) ausgetauscht
werden. So haben die Ratten auf sanften Weg erst mal
die Möglichkeit sich durch Gerüche und gefahrlose
Kommunikation kennen zu lernen.
Es kann auch hilfreich sein wenn die Ratten mal die
Käfige tauschen.
Wenn die Ratten sich ruhig Verhalten kann man sie
nach ein paar Tagen auf neutralem Gebiet aufeinander
treffen lassen. Neutral bedeutet dass das
entsprechende Gebiet zu keinem Revier der Ratten
gehört.
Bei dem ersten Treffen müssen die Ratten unter
Beobachtung bleiben, damit man eingreifen kann wenn
sich die Ratten nicht vertragen!
Die Ratten beschnuppern sich, unterwerfen sich und
quieken vielleicht auch mal. Auch ein Zwangsputzen
gehört zum kennen lernen.
Wenn die Tiere sich jedoch richtig beißen, sollte
man sie trennen! Man muss aber aufpassen nicht
selbst gebissen zu werden. Ein Handschuh oder ein
Tuch kann davor schützen.
Solch ein Aufeinandertreffen sollte nach dem ersten
Treffen täglich statt finden damit die Ratten sich
schnell aneinander gewöhnen.
Wenn der gemeinsame Auslauf mehrere Tage
hintereinander friedlich abgelaufen ist, und die
Ratten auch schon zusammen gekuschelt haben, kann
man sie zusammen setzen.
Für das Zusammensetzen sollte der Käfig sehr gut
gereinigt, und die Einrichtung umgestellt werden!
Die Käfiginhaber sehen die neue(n) Ratte(n)
ansonsten wahrscheinlich als Eindringlinge im
eigenen Revier an. Aus dem Grund sollte der Geruch
der eigentlichen Käfiginhaber so gut es geht,
entfernt werden, und die Aufstellung der Einrichtung
nicht mehr so stark am alten Revier erinnern.
Die neue(n) Ratte(n) sollte(n) am besten zuerst ohne
die alten Ratten in den Käfig gesteckt werden damit
sie sich erstmal in Ruhe umschauen können. Wenn die
neue(n) sich gründlich umgeschaut haben, kann man
die anderen Ratten hinzu setzen.
Es ist wichtig erst mal dabei zu bleiben und zu
schauen wie die Ratten im Käfig aufeinander reagieren!
Wenn das Zusammenleben im Käfig nicht funktioniert,
ist es nötig wieder mit gemeinsamen, täglichen
Auslauf an zu fangen.
Funktioniert eine Integration nach ein paar Monaten
immer noch nicht, sollte man es sein lassen. Dann
mögen sich die Tiere einfach nicht.
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