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Anzeichen auf Krankheiten
Als Rattenhalter muss man seine Ratten mindestens einmal
die Woche genau anschauen um zu sehen ob Anzeichen auf
Krankheiten vorliegen.
Wenn bei einer Ratte ein Verdacht auf
Unwohlsein/Krankheit vorliegt, muss unbedingt sofort ein
Tierarzt aufgesucht werden! Krankheiten schreiten bei
Ratten meist rasant voran.
Anzeichen können sein:
- Rot/Bräunliches Sekret an Augen und/oder Nase
(Sekret aus der Harder’schen Drüse das sich bei
Krankheit rot verfärbt)
- ständiges Niesen, Nasenausfluss
- glanzloses, gesträubtes Fell
- Abmagerung, verminderte Futteraufnahme, Futterverweigerung
- Atemgeräusche (hört sich manchmal etwas wie
Vogelzwitschern an), Pumpatmung, schnelle Atmung,
Atmung mit offenem Mäulchen (ist kurz vor dem
ersticken!)
- Untertemperatur (Ratte fühlt sich zu kalt an)
- Durchfall/Verstopfung
- quieken (geschieht manchmal aus Protest, jedoch
manchmal auch auf Grund von Schmerzen)
- erstarrtes oder zusammengekauertes sitzen (kann ein Schmerzsignal sein)
- Bissigkeit bei einer sonst unbissigen Ratte
- Geschwüre, Abszesse
- offene Wunden
- humpeln
- apathisches und lustloses Verhalten, plötzliches
beißen, plötzliches distanzieren/verändertes Verhalten

Der richtige Tierarzt
Nicht jeder Tierarzt hat Ahnung von Ratten. Es ist
unmöglich jede einzelne Tierart zu studieren. Tierärzte
lernen aus ihren praktischen Erfahrungen durch ihre
Patienten. Aus dem Grund ist es wichtig einen Rattenerfahrenen Tierarzt zu finden.
Tipps für die Suche eines Rattenerfahrenen Tierarztes:
-
Meist können andere Rattenhalter aus dem
Bekanntenkreis oder Internet (Foren, Chats,
Rattenseiten, etc.) weiter helfen indem sie ihre
Erfahrungen berichten.
-
Man kann auch den Tierarzt direkt fragen ob
Kenntnisse über Ratten vorhanden sind, wobei längst
nicht jeder Tierarzt es zugeben würde wenn er keine
Ahnung hat. Manchen Tierärzten ist das Geld
wichtiger als das wirkliche Wohlergehen des Tieres.
-
Fangfrage wie z.B. "meine Ratte hat Nasenbluten.
Woran kann das liegen?" (Meist ist das Rote Sekret
an Augen und Nase das Sekret aus der Harder’schen
Drüse. Mehr darüber, weiter unten).
-
Weitere Fangfrage: "meine Ratte erbricht. Was kann
das sein?" (Ratten können nicht erbrechen da der
Mageneingang zwar das aufnehmen von Nahrung zu
lässt, aber das wieder erbrechen blockiert).
-
Noch eine Fangfrage (für Operationen): "soll meine
Ratte nüchtern bleiben?" (Ratten dürfen vor
Operationen nicht nüchtern sein da ansonsten die
Gefahr besteht das der Kreislauf in der Narkose
schlapp macht. Wie schon erwähnt, können Ratten
Nahrung nicht erbrechen. Ein nüchtern bleiben ist
also unnötig).
Zu einem guten Tierarzt gehört noch einiges mehr als nur die medizinische Erfahrung mit Ratten.
Einige Punkte auf die man achten sollte:
- Freundlichkeit dem Mensch und Tier gegenüber
- Verständnis für Ängste und Verhalten des Tieres und
Verständnis für die Emotionen des Menschen
- verständliche, genaue Erklärungen über die
Krankheiten und Behandlungen des Tieres, sowie auch
über Medikamente
- Ruhiges Verhalten dem Tier gegenüber. (Das zu
behandelnde Tier ist meist schon nervös genug.)
- Tierbesitzer müssen bei jeder Behandlung und
Einschläferung (abgesehen von Operationen) dabei
sein dürfen
- der Tierarzt muss sich immer die nötige Zeit nehmen
- Hygiene in der Praxis/Tierklinik
- der Tierarzt sollte auch außerhalb der Sprechstunden
im Notfall für das Tier da sein
Ein Tierarzt darf z.B. niemals:
- unfreundlich, unsensibel und/oder lauter dem Mensch
oder Tier gegenüber werden
- verständnislos sein
- hektisch werden
- Fragen unzureichend oder gar falsch beantworten,
Fragen gar unbeantwortet lassen
- Behandlungen durch führen über die er bei Ratten
kein ausreichendes Wissen hat
- Menschen bei der Behandlung oder Einschläferung raus schicken
- schmerzhafte Behandlungen ohne Schmerzmittel oder Narkose durchführen
- eine nötige Behandlung verweigern und/oder den
Menschen samt Tier im Notfall einfach weg schicken
- ohne Vollnarkose eine Einschläferung durch führen
Schon aus Liebe zu seinen Tieren sollte man sich wirklich die Mühe machen und den best möglichen Tierarzt suchen.

Harder’sche Drüse (Rot/Bräunliches Sekret)
Die Hardersche Drüse ist eine Drüse die im Augenbereich
liegt, und ein klares Sekret bildet, das sich bei
Erkrankungen rot-bräunlich färbt.
Im Krankheitsfalle erkennt man dieses Sekret an den
Augen, an der Nase und an roten Spritzern im Käfig (z.B.
an den Wänden, Häuschen,). Oft wird dieses Sekret mit
Blut verwechselt.
Bei chronisch kranken Tieren kann dieses Sekret das
ganze Rattenleben lang rot-bräunlich verfärbt sein. Da
sich das Sekret meist schon zu Beginn einer Krankheit
verfärbt, kann man Krankheiten oft schnell erkennen und
oft schlimmeres durch einen schnellen Tierarztbesuch
verhindern.

Atemwegserkrankungen
Atemwegserkrankungen kommen bei Ratten recht häufig vor.
Mögliche Anzeichen
- ständiges Niesen, Husten
- Nasenausfluss
- Rasseln, Röcheln (knackende und/oder pfeifende Geräusche)
- schnelle Atmung, Pumpatmung
Mögliche Ursachen
- Zugluft
- Zigarettenqualm
- Allergien
- Feuchtigkeit
- fehlende Hygiene
- zu viel Hygiene (schwächt die Abwehrkräfte)
- schlechte Ernährung, fehlende Vitamine
- andere Krankheiten, geschwächtes Immunsystem
Sobald eine Ratte Anzeichen auf Atemwegserkrankungen
zeigt, ist ein Tierarztbesuch dringend nötig! Eine
Atemwegserkrankung kann ansonsten chronisch, und im
schlimmsten Falle tödlich werden.
Es kann in manchen Fällen auch die unheilbare Krankheit "Mycoplasmose"
(Erreger = Mycoplasma pulmonis)
vorliegen. Ratten können mit dem Erreger problemlos
leben sofern er nicht ausbricht. Mit sehr guter
Rattenhaltung kann das Ausbrechen des Erregers lange
hinausgezögert oder sogar auch verhindert werden.
Atemwegserkrankungen werden
mit Antibiotika mindestens 5 Tage (meist 8-10 Tage) lang behandelt.
Erkrankte Tiere brauchen Wärme, viel Flüssigkeit und Ruhe.

Hinterhandlähmung
Die Hinterhandlähmung kann bei älteren Ratten auftreten.
Männchen sind mehr betroffen als Weibchen.
Die Hinterhandlähmung verläuft schleichend. Erst bildet
sich die Muskulatur des Rückens zurück. Die
Beckenbodenknochen werden deutlich spürbar.
Ein erstes offensichtliches Anzeichen der
Hinterhandlähmung ist ein watschelnder Gang. Betroffene
Ratten können ihre Hinterfüßchen nicht mehr richtig zum
Körper hin bewegen und ziehen nach und nach die
Hinterläufe immer mehr hinter sich her.
Letztlich sind die Hinterläufe gelähmt, so das die Ratte sich mit den
Vorderläufen durch den Käfig und über den Boden zieht.
Ratten können damit recht gut leben solange sie keine
Schmerzen bekommen.
Regelmäßige Tierarztbesuche sind erforderlich da
Schmerzen entstehen können!
Wenn eine Ratte an der Hinterhandlähmung erkrankt ist,
muss der Käfig behindertengerecht umgebaut werden.
Futter und Wasser müssen gut erreichbar sein. Es dürfen
keine Sturzgefahren/Verletzungsgefahren vorhanden sein!
Anstatt Leitern sollten nicht zu steile Rampen als Auf-
und Abstiegsmöglichkeiten verwendet werden.
Viele Ratten mit der Hinterhandlähmung haben Probleme
damit sich ausreichend zu reinigen. Da muss man als
Rattenhalter Unterstützung leisten! Mit einem weichen
Schwamm und lauwarmen Wasser muss das erkrankte Tier
gewaschen werden, wobei der Genitalbereich nicht
vergessen werden darf.

Schiefkopf
Bei Schiefkopf hält die Ratte (wie der Name schon sagt)
den Kopf schief. Die Motorik betroffener Ratten ist
gestört. So kommt auch torkeln und umkippen vor.
Mögliche Ursachen
- Schädigung des Innenohrs
- Mittelohrentzündung
- Abszess im Kopfbereich
- Störungen des Zentralnervensystems
- Schlaganfall
- Hirntumor
Mit einer Ratte die das Köpfchen schief hält, sollte man
sofort den Tierarzt aufsuchen. Die Ursachen für eine
Schiefkopfhaltung können sehr schmerzhaft, manchmal auch
tödlich sein.
Schiefkopf wird mit einem gehirngängigen Antibiotika
behandelt. Dies kann manchmal eine Besserung
verschaffen, jedoch meist keine vollständige Heilung.
Der Käfig muss für erkrankte Tiere absturzsicher
umgebaut werden. Beim Auslauf muss die Ratte gut
beobachtet werden damit sie sich nirgendwo verletzt oder
runter fällt.
Sobald eine erkrankte Ratte nicht mehr alleine fressen
kann, ständig umkippt und/oder sich nur noch im Kreis
dreht, ist es sinnvoll über eine Einschläferung nach zu
denken, das sich das betroffene Tier sonst nur quält.

Bumblefoot/ Ballenabszesse
Bumblefoot sind rote, wunde Pfötchenballen die durch
kleine Verletzungen entstehen. Durch Bakterien die in
diese kleinen Verletzungen eindringen, entstehen
Abszesse an den Pfötchenballen.
Anzeichen
- rote Pfötchenballen die wund sind
- eitrige und/oder blutende Pfötchenballen
Mögliche Ursachen
- Feuchtigkeit im Käfig
- unhygienische Haltung von Ratten
- harter Boden/ ständiges Laufen auf hartem Untergrund
- Streu (Verletzungsgefahr durch spitzes Streu)
- Gitter als Boden/ ständiges Laufen auf Gitter
- häufiges klettern an Käfiggitter
- Übergewicht
Bumblefoot ist sehr schmerzhaft und muss
tierärztlich behandelt werden. Meistens wird mit
Lebertran-Zinksalben und Antibiotika behandelt. Während der
Behandlung muss besonders darauf geachtet werden das
der Käfig immer trocken und sauber ist. Der
Käfigboden sollte zusätzlich möglichst weich gehalten werden indem man den
Boden zum Beispiel mit viel Zeitung und Toilettenpapier/Küchenrollenpapier
auslegt.
Die Behandlung von Bumblefoot gestaltet sich sehr schwierig.
Vorbeugung
- Sauberkeit/Hygiene im Käfig
- trockenen Untergrund
- Zeitung und/oder Stoffe statt Streu auf der Lauffläche
- bei Streu kein Streu aus Hartholz verwenden
- Laufflächen etwas weicher ausstatten (z.B. mit viel Zeitung, Papiertüchern, etc.)
- keine Gitterböden als Lauffläche
- Übergewicht vermeiden, eventuell eine Diät bei entsprechenden Ratten machen
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